„Das Beste ist, dass man die Theorie sofort im Unternehmen ausprobieren kann!“

Dana Voigt sprach mit Sabrina Herrmann über das duale Studium, die Hochschule und die Arbeit im Unternehmen.

Sabrina, möchtest du Dich kurz vorstellen?
Ich bin 28 Jahre alt, komme aus Berlin und studiere Informatik dual an der Technischen Hochschule Brandenburg (THB).

Was hat dich motiviert ein duales Studium zu beginnen und wie bist du an die THB gekommen? Ich habe schon ein abgeschlossenes Studium der Geowissenschaften (Bachelor und Master) von der Uni Potsdam. Nach dem Studium habe ich eine Weiterbildung im Bereich der Geoinformationssysteme besucht und dadurch wurde mein Interesse für die Softwareentwicklung geweckt. Daraufhin habe ich mich unter anderem bei ]init[ als Quereinsteigerin beworben. Das war leider nicht möglich. Aber das Unternehmen hat mir ein duales Studium angeboten. Dadurch bin ich an die THB gekommen.

Was ist aus deiner Sicht das Beste am dualen Studium?
Dass man das, was man theoretisch lernt, sofort im Unternehmen ausprobieren kann. Man versteht die Zusammenhänge besser, durch die praktische Umsetzung. Bei mir war das so zum Beispiel mit der Java Programmierung. Das Studium macht mir super viel Spaß und ich freue mich über die Chance bei ]init[. Ich verstehe nicht, warum noch einige duale Studienplätze frei sind!? Es gibt viel Praxis, Geld und damit Unabhängigkeit.

Du hast ja schon studiert. Gibt es einen Unterschied zwischen Universität und Hochschule?
Oh ja, an der Uni war ich nur eine Matrikelnummer und im ersten Semester kennt einen kein Professor. Das ist hier anders. Es ist viel persönlicher und es gibt kleine Studiengruppen.

Gab es im Studium besonders spannende und interessante Projekte?
Das Projektorientierte Studium (PST) fand ich sehr gut, um die verschiedenen Bereiche kennenzulernen. 

Die Praxisphasen verbringst du im Unternehmen. Wie sieht dein Arbeitsalltag dort aus?
Zwei Wochen bevor die Praxisphase beginnt, bespreche ich mit meinem Chef die Inhalte des Studiums. Er gibt mir dann das Thema und das Ziel vor. Ich arbeite meist den ganzen Tag selbständig und bei Problemen gibt es Meetings. Ich arbeite 40 Stunden in der Woche, habe flexible Arbeitszeiten und bin am liebsten von 7.00 bis 15.30 Uhr im Büro. Zusätzlich teile ich mir meine Vorlesungszeit so ein, dass ich mir in der Woche einen Tag frei halte und arbeiten gehen kann. 

Klappt das überhaupt mit der Verzahnung von Theorie und Praxis?
An sich schon. ]init[ ist toll - ich hatte sehr viel Zeit für die Einarbeitung, ohne Stress und Zeitdruck. Ich freue mich immer auf die Praxisphasen, weil ich mich dann gedanklich einzig und allein auf meine Arbeit im Unternehmen konzentrieren kann.

Was möchtest du mit deinem dualen Studium machen? Bleibst du deinem ausbildenden Unternehmen treu?
Ich habe das Studium erst begonnen, aber meine Kollegen sind super nett und die Unternehmenskultur ist sehr gut und wenn das Geld stimmt und ich ein Angebot bekomme, dann bleibe ich gern!

Hast du die gleichen Möglichkeiten zu Auslandsaufenthalten oder –semestern wie die „normalen“ Studierenden?
Das habe ich mich auch schon gefragt. In einer Praxisphase würde ich einen Auslandsaufenthalt gern nutzen, um das Studium nicht zu verlängern. Dabei reizt mich die Außenstelle meines Unternehmens in Brüssel sehr - mal sehen.

Wie kommst du finanziell klar?
Es reicht aus. Ich kann mich allein finanzieren und ich habe mehr Urlaubstage als meine Eltern (lacht). Ich bekomme eine feste monatliche Vergütung, die sich um jedes Jahr erhöht.

Würdest du wieder dual studieren?
Auf jeden Fall. Ich habe mich vorher gar nicht damit auseinandergesetzt. Oft reicht allein ein Studienabschluss nicht aus, um einen Job zu bekommen. Es wird oft nach Berufserfahrung gefragt und die bringt man ja mit einem dualen Studium schon mit.

Print this pageDownload this page as PDF