Studium mit Job und Familie

Heike Schulze sprach mit Katja Mehlhase über das Studium, ihre Motivation und den Alltag.

Hallo Katja,  möchten Sie sich kurz vorstellen? Gern. Ich bin 25 Jahre alt, ledig, und gebürtige Brandenburgerin, das möchte ich auch bleiben. Ich bin einfach zu heimatverbunden, um je von hier wegzugehen. Ich habe am Brecht-Gymnasium 2011 mein Abitur gemacht und gleich danach meine Ausbildung als Veranstaltungskauffrau im Centermanagement der St. Annen Galerie gestartet. Diese konnte ich verfrüht abschließen und habe dann erstmal zwei Jahre im Beruf gearbeitet. Da der Job deutlich mehr als das Veranstaltungsmanagement abverlangt, musste es also weitergehen. Für mich war klar, dass nur ein berufsbegleitendes Studium in Frage kommt.

Was hat Sie motiviert, gerade ein berufsbegleitendes Studium zu beginnen? Ich brauche das Gefühl von Sicherheit für den Fall, dass es mit dem Studium doch nicht klappen sollte. Ich habe also immer noch mein Standbein und brauche natürlich nicht auf die Vorteile eines geregelten Einkommens zu verzichten.

Wie sind Sie auf dieses Studienformat aufmerksam geworden? Wie haben Sie Ihre Hochschule gewählt? Warum die THB? Ich habe den Tag der offenen Tür der THB zur Informationsbeschaffung genutzt und mich wenig später beworben. Die THB hat ihren guten Ruf und ich habe weiterhin alles was ich wollte um mich herum – meinen Job, meine Familie und meine Freunde.

Was ist aus Ihrer Sicht das Beste am berufsbegleitenden Studium? Gibt es auch negative Aspekte, die zu berücksichtigen sind? Für mich sind es die finanzielle Sicherheit dank eines festen Einkommens und die vielen Erfahrungen, die man parallel sammeln kann. Man lernt zeitgleich Theorie und Praxis kennen. Die Zeit vergeht so schnell. Wenn ich bedenke, dass ich schon ein Jahr dabei bin und andere für dieselbe Menge Wissen doppelt so viel Zeit aufwenden, bin ich immer wieder froh über meine Entscheidung, mein Studium berufsbegleitend zu machen. Meine Samstage sind manchmal sehr lang, das finde ich natürlich nicht so toll, wusste es aber vorher. Man braucht ein ordentliches Maß an Selbstdisziplin und ein gutes Zeitmanagement für sich selbst. Das sind aber Dinge, die man sehr schnell lernt.

Wie sehen Ihr Alltag und eine normale Woche mit einer Präsenz an der Hochschule aus? Ich glaube, so wie bei vielen anderen auch. Ich arbeite von 9 bis 18 Uhr, mache zwei Mal die Woche bis 20.30 Uhr Sport, habe gelegentlich Veranstaltungen, die auch mal länger dauern und bin alle 14 Tage freitags von 14 bis 19 Uhr und samstags von 8 bis meistens 17 Uhr an der Hochschule. Mein Selbststudium kommt leider oft zu kurz, aber in der Klausurzeit hole ich alles wieder auf. Es muss unbedingt Zeit für die Freunde übrig bleiben, Freundschaften müssen gepflegt werden, und wenn ich sehe, was derzeit in der Welt passiert, glaube ich umso mehr, dass man die schönen  Dinge des Lebens nicht vernachlässigen sollte. Ich habe jedenfalls keine Langeweile.

Fehlt Ihnen nicht die Atmosphäre eines „normalen“ Studiums? Nein, überhaupt nicht. Ich lerne oft mit meiner Freundin zusammen, die ich schon vor dem Studium überzeugt hatte, dasselbe wie ich zu studieren. Wir lernen oft zu zweit. Irgendwelche Studentenpartys an den Wochenenden brauche ich nicht, dafür wäre mir meine Zeit zu schade.

Wie ist das Studium aufgebaut? Was wird in den Vorlesungen vermittelt?  VWL (Volkswirtschaftslehre) und BWL (Betriebswirtschaftslehre) sind die größten Themenbereiche des Studiums und werden gut abgedeckt. Aber es gibt unterschiedliche Fächer in den verschiedenen Semestern. Später, also ab dem 4. Semester kann man sich schon für eine Spezialisierung entscheiden, zum Beispiel für Marketing, Personal- oder Steuerwesen. Im Übrigen musste ich gar nicht alles belegen, ich bekam dank meiner Berufstätigkeit ein Praxisprojekt angerechnet und dank meiner Ausbildung die Module Marketing und BWL1. Das waren schon ein paar Stunden weniger im Semester. Es lohnt sich wirklich, solche Dinge in Anspruch zu nehmen.

Haben Sie einen Prof, den Sie am meisten mögen? Ich finde sie alle okay.

Wie finden Sie Ihre Betreuung durch die Hochschule? Vieles läuft über die Moodle-Platform. Dort gibt es alle möglichen Informationen. Anfänglich war ich zwar abgeneigt, schätze inzwischen aber diese Möglichkeit für einen schnellen Informationsaustausch. Ich finde dort die Vorlesungsskripte, Übungen, die Ergebnisse und Auswertungen dazu und vieles mehr. Anett Wolf und Sabine Brandt betreuen die berufsbegleitend Studierenden und erinnern per Mail  an jeden einzelnen wichtigen Termin im Studium. Gut zu wissen, dass sie außerdem Ansprechpartner für alle Sorgen und Probleme sind. Diesen Service hab ich bis jetzt noch nicht gebraucht, was dafür spricht, dass alles gut organisiert ist.

Was möchten Sie nach Ihrem Studium machen? Bleiben Sie dort, wo Sie jetzt arbeiten oder planen Sie einen Arbeitsplatzwechsel? Meine persönliche Motivation für mein Studium ist meine persönliche Weiterentwicklung und Flexibilität in Betracht auf die späteren beruflichen Tätigkeiten. Mit meinem Studium habe ich dafür perspektivisch gute Chancen.

Ein berufsbegleitendes Studium bedeutet viel Arbeit und ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Studiert wird nach der Arbeit und auch, wenn andere längst schlafen. Ist das überhaupt zu schaffen? Ist es. Mit meinen zwei Semestern bin ich zwar noch lange nicht durch, weiß jetzt aber, dass alles zu schaffen ist. Unser Unterrichtsstoff  ist im Vergleich zum Direktstudium nicht reduziert, aber wir bekommen ihn geballter und effizienter vermittelt. Oft bleibt nicht viel freie Zeit übrig, aber das ist ja nur für einen begrenzten Zeitraum. Und dass es so ist, war mir bereits klar, als ich mich für das Studium beworben habe.

Welchen Tipp würden Sie künftigen berufsbegleitend Studierenden mit auf den Weg geben? Machen Sie sich nicht selbst Druck, Sie haben ja einen Job. Und bleiben Sie am Stoff dran, hat man den Anschluss verpasst, wird es schnell schwierig. Nehmen Sie Ihr Studium ernst, aber leben Sie auch ein bisschen.

Würden Sie sich wieder für dieses Studienformat entscheiden? Ja….. Aus früherer und jetziger Sicht ist das berufsbegleitende Studium für mich die beste Lösung. Ich liebe meinen Job, meine Familie und meine Freunde, bin gern hier und brauche so auf nichts zu verzichten.

 

 

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